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Mindset Blog

Götterdämmerung am Arbeitsmarkt - oder: Quo Vadis, Digitalisierung?

In diesem Gastbeitrag beschreiben unsere Freunde von PASSION4T die Herausforderungen des aktuellen Arbeitsmarktes und welche Weichen Unternehmen jetzt stellen müssen, um auch in Zukunft erfolgreich bleiben zu können.


Die Coronapandemie wirkte wie ein Brennglas auf alle wirtschaftlichen Schwächen unseres Systems. Globale Lieferketten brachen von heute auf morgen zusammen und haben sich auch jetzt noch nicht wieder erholt. Aus einer gnadenlosen Überversorgung kommend, mussten wir plötzlich auf profane Dinge, wie einen Gartenstuhl, drei Monate warten. Von den epischen Lieferzeiten neuer Automobile ganz zu schweigen.

Und jetzt in der Post-Corona-Periode erhalten wir einen Ausblick auf die Zukunft des Arbeitsmarktes, wenn in allen Servicebereichen, wie der Gastronomie oder am Flughafen, das Personal an allen Ecken und Enden fehlt.

Und auch wenn man sich stirnrunzelnd fragt, wo denn die ganzen Arbeitnehmer hin sind, so sind 2022 so viele Menschen in Lohn und Brot wie niemals zuvor.


Demografischer Wandel verschärft Fachkräftemangel

Der demografische Wandel schlägt nun mit voller Wucht zu, da die Babyboom-Generation langsam, aber sicher in die Rente eintritt. Bis 2030 wird die Gruppe der 20- bis 64-Jährigen um fast 3,8 Millionen Menschen schrumpfen. Zum Vergleich: 2010 bis 2020 ist diese Gruppe noch um 700.000 Menschen gewachsen. Blickt man in den Süden Europas, zum Beispiel nach Italien, sieht das noch wesentlich dramatischer aus. Hier wird erwartet, dass bis 2050 fünf Millionen Einwohner (was knapp 10 % der Gesamtbevölkerung sind) fehlen werden. Zeitgleich steigt die Zahl der 90-Jährigen von heute 800.000 auf 1,7 Millionen.

Allein dieses Zahlenwerk zeigt auf, vor welchen Herausforderungen wir nun zukünftig stehen werden, denn die wichtigste Ressource (und diese Bezeichnung ist per se eine Beleidigung für ein Lebewesen) in unserer gut geölten Wirtschaftsmaschinerie geht zu Neige: der Mensch.

Die ersten Auswirkungen spüren die Unternehmen aller Branchen schon heute. Im Recruiting ist es bereits jetzt ein Arbeitnehmermarkt. Unternehmen bewerben sich um die Arbeitnehmer und nicht mehr umgekehrt. Zeiten, zu denen man auf offene Stellen mehrere hundert Bewerbungen im Postkasten hatte, gehören der Vergangenheit an. Spannend ist auch, dass die Generation Z jetzt langsam in den Arbeitsmarkt eintritt und auf Arbeitgeber trifft, die ein absolut konträres Weltbild zu haben scheinen. Auch auf diesen Konflikt müssen wir uns einstellen.

Dies zeichnet sich auch in der Politik ab. Während die Digitalministerin von Togo bis 2035 alle wesentlichen Bürgerservices digitalisieren will, um mit dem gleichen Personal mehr zu erreichen und einen besseren Service für die Bürger zu ermöglichen, so fällt uns hierzulande nur die 42-Stunden-Woche und arbeiten bis 75 ein. Großes Tennis …

Aber alles jammern hilft nicht - wie kann man nun diesen großen Herausforderungen der Neuzeit begegnen?



Erstens: Digitalisierung - jetzt

Wenn immer weniger Menschen die gleiche oder mehr Arbeit leisten müssen, dann müssen wir repetitive und nicht wertschöpfende Tätigkeiten automatisieren.

Das geht in manchen Bereichen hervorragend mit Digitalisierung.

Weg vom Papier – was nebenbei auch einen ökologischen Aspekt hat – hin zu digitalen Prozessen und Workflows.


Ist man dann endlich einmal auf der Datenebene, dann lassen sich auch bessere Prognosen und Entscheidungshilfen durch smarte, digitale Helfer generieren. Dass viele Tätigkeiten bei aller Robotik nach wie vor von Menschenhand ausgeführt werden müssen, ist klar - aber im administrativen Bereich haben wir noch ganz viel Luft nach oben.


Zweitens: Employee Experience

Die zuvor bereits genannte Generation Z hat vollkommen andere Anforderungen an die moderne Arbeitswelt als alle bisherigen Generationen. Wo in manchen Betrieben bereits Homeoffice als die größte Errungenschaft zur Verbesserung der Arbeitsumgebungen in den letzten 20 Jahren gefeiert wird, kommen noch ganz andere Herausforderungen auf die Personalabteilungen und Geschäftsführer zu.


Es wird vermehrt nach einer sinnhaften Tätigkeit mit einem nachhaltigen und ökologischen Background gestrebt. Antiquierte Karrierepfade (höher-schneller-weiter und immer mehr Sterne auf der Schulterklappe) sind gänzlich aus der Mode gekommen. Hierauf muss die Personalabteilung schnell eine Antwort finden und Organisation sowie Prozesse modern und agil aufstellen. Die Weichen müssen JETZT gestellt werden. Der Obstkorb und der Kicker werden nicht ausreichen …

Auf der anderen Seite wird auch die Generation Z lernen, dass ohne Fleiß kein Preis erworben wird und man die Tugenden aus beiden Welten zum gemeinsamen Unternehmenserfolg vereinen muss.



Drittens: Digitale Employee Services

Um zum einen auf die Herausforderungen am Bewerbermarkt zu reagieren und ein möglichst effizientes sowie digitales Bewerbermanagement zu etablieren und auf der anderen Seite intern smarte, digitale Arbeitnehmer und Führungskräfteservices, wie z. B. einen digitalen Urlaubsworkflow oder eine digitale Personalakte anzubieten, muss eine digitale HR-Plattform im Unternehmen etabliert werden.

Nur so hat die moderne Personalabteilung ein Handwerkszeug zur Verfügung, um die benötigten Services dem gesamten Unternehmen anzubieten. Entscheidend wird hier vor allem das Thema „Learning Management“ sein, da unser hiesiges Schulsystem über 120 Jahre alt ist und darauf ausgelegt war, der industriellen Produktion neue Arbeitskräfte zuzuführen. Wir brauchen aber jetzt einen „homus digitalus“ mit einem Digital Mindset. Diese Lücke müssen Unternehmen schließen – auf die Reformierung des Schulsystems zu hoffen, wäre wie am Bahnhof auf ein Schiff zu warten.

Bei all dem gilt: In jeder Herausforderung liegt eine Chance. Ergreifen Sie diese Chance jetzt. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um Ihr Unternehmen fit für die Zukunft und für die demografischen und digitalen Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Sie dürfen nur eines nicht tun: Zaudern und in einem „Weiter so!“ verharren. Jetzt sind handlungsstarke und entscheidungsfreudige Unternehmenslenker gefragt!


Hinweis auf unser Gin & Transformation Event im bayrischen Wald

Wer sich noch mehr über das Thema Digitales Mindset, Fachkräftemangel und die Herausforderungen der Transformation austauschen möchte, dem sei unser Gin & Transformation Event in Kooperation mit PASSION4IT, den Gastautoren dieses Blogbeitrags, ans Herz gelegt.



Am 28.06.2023 findet das nächste Event unserer beliebten "Gin & Transformation" Eventreihe nämlich in den Räumlichkeiten von PASSION4IT in Viechtach im bayrischen Wald statt.


Wie immer freuen wir uns auf einen Abend mit spannenden Geschichten aus der Welt der digitalen Transformation und viel Netzwerken. Angereichert wird das Ganze wie immer mit einem leckeren Gin aus einer besonderen Destillerie.





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