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Vom Buchdruck zum Quantencomputer – das Zeitalter der exponentiellen Veränderung

Von der Erfindung des Buchdrucks dauerte es 158 Jahre bis zur Erfindung des Teleskops. Von der Erfindung des Walkmans bis zur Erfindung des MP3-Players nur noch 19 Jahre. Von der Gründung von Facebook bis zur Gründung von Instagram vergingen nicht ganz 6 Jahre.


Warum das interessant ist? Weil diese Zahlen, und damit verbunden die steigende Geschwindigkeit in der Entwicklung neuer Produkte oder Services, ein Phänomen unserer Zeit verdeutlichen: Wir leben in einem Zeitalter exponentieller Veränderung. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Mathematisch gesprochen, liegt ein exponentielles Wachstum immer dann vor, wenn sich eine Größe in jeweils gleichen Zeitabschnitten immer um den selben Faktor verändert. Da das immer noch etwas kryptisch klingt, nehmen wir uns ein Beispiel zu Hilfe: Stellen Sie sich ein Schachbrett vor. Dieses hat 64 Felder. Nun legen wir auf das erste Feld ein Reiskorn, auf das zweite Feld 2 Reiskörner, auf das dritte Feld 4 Reiskörner und so weiter. Auf dem zehnten Feld landen wir somit bei 512 Reiskörnern – was zwar viel, aber immer noch überschaubar ist. Auf dem zwanzigsten Feld sind wir schon bei 524.288 Reiskörnern. Auf dem dreißigsten Feld sogar bei 536.870.912 Körnern. Dabei sind wir noch nicht einmal bei der Hälfte des Schachbretts angekommen. Und so langsam kommen wir der Sache näher: Exponentielles Wachstum baut sich langsam auf, doch spätestens ab dem 10. Feld nimmt die Menge rasant zu. Und das in einer Geschwindigkeit sowie mit einem Ausmaß, dass wir Menschen uns kaum vorstellen können, denn unsere Gehirne können exponentielles Wachstum nur schwer greifen. Wir sind es gewohnt linear, also Schritt für Schritt (in der Mathe-Analogie also 1+1+1+1…) zu denken, denn dieses Wachstum können wir uns vorstellen und haben es verinnerlicht.


Das Beispiel das wir gerade an unserem Schachbrett durchgespielt haben, lässt sich genauso gut auf die großen Erfindungen der letzten Jahrhunderte übertragen und auch hier stellen wir schnell fest: Ca. ab dem Jahr 1969 und dem ersten Menschen auf dem Mond sehen wir ein exponentielles Wachstum neuer Technologien, Produkte und Services. Und diese Entwicklung lässt sich auch nicht mehr aufhalten: technologisch gesehen befinden wir uns heute auf dem 37. Feld des Schachbretts. Uns steht also noch einiges an Veränderung und Innovation ins Haus, von der wir heute vielleicht nur träumen können.


Doch welche Implikationen hat das für Unternehmen und die Arbeitswelt 4.0? Aus unserer Sicht lassen sich drei zentrale Ableitungen treffen:


1) Der Wandel wird nie wieder so langsam sein wie heute

Auch wenn es nach einem Klischee klingt, liegt darin viel Wahrheit. Der Wandel um uns herum (und all seine Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Strukture & Prozesse sowie uns Menschen) wird nicht langsamer – ganz im Gegenteil. Je weiter wir uns entlang der exponentiellen Kurve bewegen, desto mehr gewinnt diese Veränderung an Geschwindigkeit. Dieser Wandel und die steigende Geschwindigkeit ist nicht mehr aufzuhalten – wir müssen uns also fragen, wie wir damit umgehen wollen.


2) Unsicherheit & fehlende Planbarkeit werden zu unserem ständigen Begleiter

Drei, fünf oder zehn Jahre im Voraus planen – diese Zeiten sind vorbei. Wir können heute kaum abschätzen, welche Veränderungen und Innovationen uns bevorstehen. Wer hätte 1969 gedacht, dass wir heute die Rechenleistung des Computers, der die Apollo 11 auf den Mond geschossen hat, in unserer Hosentasche herumtragen? Wohl kaum jemand. Pläne sind gut und richtig, aber wir müssen uns in Zukunft darauf einstellen, dass wir schnell mal einen Plan B oder C entwickeln müssen, wenn sich abzeichnet, das Plan A nicht mehr funktioniert. Dafür brauchen wir Mut und Flexibilität.


3) Unser Mindset entscheidet über unsere Zukunft

All‘ diese Veränderungen und der Wandel im ganz allgemeinen können durchaus furchteinflößend sein. Wenn wir uns von dieser Angst, den Bedenken und dem Wunsch nach Sicherheit sowie Bewährtem lähmen lassen, stehen wir schnell mit dem Rücken an der Wand. Der Wandel alleine sollte uns keine Angst machen, denn am Ende haben wir es in der Hand wie wir darauf reagieren wollen und dank des Wandels fast unendliche Möglichkeiten. Ein digitales Mindset wird dabei zum Erfolgsfaktor für die Zukunft, denn egal was kommt, mit dem richtigen Mindset können wir (fast) jede Hürde überwinden! #miadochegal


Maßgeblich verantwortlich für diesen exponentiellen Wandel sind übrigens drei große Megatrends: (1) Die demographische Entwicklung, (2) der Wertewandel und (3) die Digitalisierung. Warum das so ist und was genau hinter diesen Trends steckt, erfahren Sie im nächsten Beitrag unserer kleinen Blogreihe. Stay tuned!