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Digitale Transformation - wir brauchen mehr Taucher als Kletterer

Datenanalyse, Künstliche Intelligenz, Deep Learning, Robotic Process Automation,…Bei dem Gedanken an digitale Transformation, kommen ganz schnell viele Begriffe aus der Technologie und Möglichkeiten mit unterschiedlichen digitalen Tools in den Sinn. Diese Assoziationen sind allein schon durch die Begrifflichkeit der „digitalen“ Transformation bedingt. Zudem dreht sich der zugehörige öffentliche Diskurs häufig um Technologie und deren Umsetzung in Unternehmen. Von der Technologie wird dann häufig direkt die Brücke zu veränderten Prozessen geschlagen. Denn neue Technologien bringen auf einmal Möglichkeiten mit sich, Prozesse in die digitale Welt zu verlagern oder sogar komplett digital neu zu denken und zu verändern. Hierbei wird in der Diskussion um digitale Transformation in Unternehmen verstärkt der Schritt außerhalb die IT gewagt und es werden Funktionen, die nicht direkt technologiebezogen sind, in Diskussionen eingebunden, und somit ein leichtes “Aufweichen” häufig vorhandener Silos. Wenn der Denkprozess dann weiter voranschreitet wird im dritten Schritt über Worte, wie Plattform-Modell, E-Commerce Shop oder Software-as-a-Service gesprochen. Hier geht es dann um den Kern des Geschäftsmodells und welche Möglichkeiten die Digitalisierung für die Generierung von Erlösen mit sich bringt.

Zusammengefasst wird bei digitaler Transformation hauptsächlich über Technologie, Prozesse und Geschäftsmodelle gesprochen. Übertragen auf ein Eisberg-Modell sind diese drei Bereiche der sichtbare Teil des Eisbergs, also über der Wasseroberfläche.

Was liegt jedoch darunter und macht das Fundament der digitalen Transformation aus? Der Mensch und sein Mindset. Der nicht sichtbare, jedoch deutlich größere Teil des Eisbergs liegt unter der Wasseroberfläche und ist der Mensch - die Mitarbeiter*innen und ihre Mentalität.



Abbildung 1: Transformations-Eisberg © ONESTOPTRANSFORMATION


Der Mensch und das Mindset in der digitalen Transformation

Die beste Technologie, die besten Prozesse und das beste Geschäftsmodell schöpfen die möglichen Potentiale bei weitem nicht aus, wenn die Menschen im Unternehmen diese Neuerungen nicht mittragen und aktiv weiter gestalten.

Hierfür ist es jedoch notwendig das Thema der digitalen Transformation aus dem IT-Bereich herauszuholen und als Top-Management-Aufgabe zu betrachten!

Denn die Transformation ist kein Thema eines bestimmten Bereichs, sondern betrifft immer die gesamte Organisation - sowohl in der Umsetzung als auch in den langfristigen Auswirkungen. Ähnlich wie heute niemand mehr über Elektrifizierung spricht, wird in Zukunft nicht mehr über Digitalisierung gesprochen werden. Sondern es ist ein integraler Bestandteil von Unternehmen und Wertschöpfungsketten. Somit müssen die Mitarbeiter*innen in den Unternehmen mitgenommen werden auf diese Veränderungs-Expedition. Hierbei geht es erstens um eine grundlegende und nachvollziehbare Kommunikation des „Warums“ der Transformation, zweitens um die Möglichkeit, seine eigene Position in der Transformation zu verstehen und drittens um eine gezielte Entwicklungsmöglichkeit durch passgenaue Weiterbildungsangebote.

Fokus auf Hard Skills reicht nicht aus

Nun ist es naheliegend zu denken, dass ein breit angelegtes Weiterbildungsangebot für technologische Skills exakt passend ist, um die Mitarbeiter*innen fit für die digitale Transformation zu machen. Doch weit gefehlt: Der Anknüpfungspunkt für Entwicklung darf nicht der Hard Skills Bereich sein, sondern muss das Mindset sein. Denn durch die sich immer weiter beschleunigende technologische Entwicklung (exponentielle technologische Entwicklung) ist es nicht mehr möglich, die, in 2-5 Jahren relevanten Hard Skills zu prognostizieren. Von daher sollte der Fokus der Entwicklung auf dem Mindset liegen, um dann situativ die passenden Hard Skills- Angebote machen zu können.

Der Fokus auf das digitale Mindset beschreibt die Entwicklung von langfristig entwickelbaren Persönlichkeits-Dimensionen, die erfolgskritisch für die digitale Transformation sind. Es geht somit nicht um Haltung, sondern um die digitale Mentalität. (für eine ausführlichen Definition hier klicken)

Damit dieser Entwicklungsprozess effizient, zielgerichtet und somit auch kostenschonend ablaufen kann, ist es wichtig den Mitarbeiter*innen zuerst ein objektives Feedback zum eigenen Status Quo bezogen auf digitales Mindset zu geben und die danach angebotenen Weiterbildungsinhalte auf das Mindset anzupassen und zu individualisieren. (für weitere Informationen hier klicken)

Mehr Taucher als Kletterer für eine schnelle und kostenschonende Transformation

Mit Blick auf den Transformations-Eisberg werden die größten finanziellen Anstrengungen für die sichtbaren Bereiche Technologie, Prozess, Geschäftsmodell unternommen. Dies liegt häufig daran, da diese Bereiche besser sichtbar sind (über der Wasseroberfläche) und Erfolge schneller gemessen werden können. Somit suchen Unternehmen für ihre digitale Transformation hauptsächlich Kletterer, die die Spitze des Eisbergs besteigen. Wenn man nun bedenkt, dass der sichtbare Teil des Eisbergs jedoch nur ca. 20% des gesamten Eisbergs ausmacht, wird schnell klar, dass zu wenig Aufmerksamkeit auf den Großteil und somit das Fundament gelegt wird.

Durch eine Verschiebung des Fokus auf die Wesentlichen, aber leider weniger sichtbaren 80% des Eisbergs (Mensch und Mindset), können Investitionen viel gezielter für die Entwicklung der Mitarbeiter*innen eingesetzt werden. Unternehmen sollten für Ihre digitale Transformation vielmehr nach Tauchern suchen, die unter der Wasseroberfläche das Fundament erkennen und entwickeln. Denn durch eine Entwicklung des digitalen Mindsets wird die Transformation langfristig aus dem Unternehmen heraus aktiv getrieben.

Dies führt zu mehr Innovationen und Ideen und somit zu einer Beschleunigung der Transformation. Zudem spart dies Kosten in der Transformation, da deutlich mehr intern entwickelt werden kann und weniger extern und kurzfristig teuer zugekauft werden muss.



Fazit

Um digitale Transformation schnell und kostenschonend in Unternehmen voranzutreiben sollte sich der Fokus daher auch von den Kletterern, die die Spitze des Eisberg erklimmen, auf die Taucher, die sich um das Fundament der Transformation (80% unter der Wasseroberfläche) kümmern, verschieben.